Seit einer Woche bin ich jetzt in München. Es geht mir super hier. Ich fühle mich wohl und komm zur Ruhe. Ich bin sehr dankbar, hier mit meiner Göttin einen Ort zu haben, an dem wir uns neu Entdecken können. Wir haben so viel Platz und Raum das wir uns in der Wohnung suchen oder verlieren könnten. Ganz anders als die letzten 9 Monate, in denen wir auf engsten Raum (30 Quadratmeter) miteinander waren. Auch das war schön, aber wie man sich sicherlicher vorstellen kann, herausfordernd. 

Ich bin so berührt von der letzten Woche, in der Beziehung mit ihr, dass ich einfach nur glücklich bin, wie sich das mit uns in den letzten zwei Jahren entwickelt hat. Heute hat sie Geburtstag und ich freue mich, den Tag mit ihr zu verbringen. 

Ich bin so froh, hier einen wunderschönen Raum für mich zu haben, an dem ich meiner Praxis nachgehen kann. Mir fehlt mein Altar, das spüre ich und dafür bin ich äußerst dankbar. So sehr, wie ich die Praxis und Schönheit dieses Forschungswerkzeuges vermisse, so sehr spüre ich, das er in mir und überall ist. Manchmal verstärke ich dies, indem ich ihn Gedanken visualisiere. Ich stell mir vor wie ich vor ihm sitze, mich verbinde und mich nach einigen Atemzügen verbeuge. Dann zünde ich einzeln jede Kerze an und lasse ihn erleuchten. An Gedanken an ihm, der dunklen Mutter und Mukalinda widme ich mich dann meiner Praxis und lass mich führen und leiten. 

Mittlerweile bereue ich es, meine 4 Zimmerwohnung für eine Einzimmerwohnung aufgegeben zu haben. Ich dachte, dass dies für meine Art und Weise der Lebensgestaltung reichen würde. Ich irrte mich. Ich brauche mehr Platz. Mehr Raum und eine klare Trennung von Arbeitszimmer und Schlafzimmer. Dies wird sich verändern, das spüre ich. Ich bin gespannt. 

Doch so schön die Woche bis heute auch war, sie brachte auch Erkenntnisse mit sich, beziehungsweise falle ich tiefer in einige Erkenntnisse hinein. Die Rolle des Lehrers in der Beziehung zu dem fehlerhaften Menschen zeigt sich im klarer. In der Vergangenheit fand ich mich immer wieder in einer distanzierten, dissoziierten Rolle des Lehrers wieder. Ich ging nach außen, zeigte mich und kurze Zeit später, versteckte ich mich wieder, weil die Themen, die dadurch berührt wurden, mich in meinem perfekten Selbstbild eines Lehrers überrollten. Ich verlor mich in einer Abwärtsspirale gefüllt mit Selbstzweifeln, Scham und Minderwertigkeit. Vor allem aber blockierte ich den Prozess die letzten Jahre durch eine dissoziierte Arroganz mir selbst gegenüber. Bildlich gesprochen wischte ich meine Themen weg, aus dem Gedanken heraus, das kann ich schon halten, erstmal bist du dran. Ich nahm mich selbst nicht wichtig und bezog mein Selbstbewusstsein sowie Sicherheit aus der Rolle des Lehrers. Immer wenn diese Identität dann in sich zusammen viel, weil ich das Bild mir selbst gegenüber, aufgrund einer Wahnvorstellung, wie ein Lehrer zu sein hat, nicht gerecht wurde, zog ich mich zurück. Immer wieder das gleiche Muster. Erst zog ich mich stückweise zurück, dann sprangen meine Sucht-Muster an und wenn mir es dann richtig scheiße ging, baute ich mich wieder auf und ging direkt ins gegenteilige. Ein paar Wochen, schon bevor ich nach München ging, spürte ich, wie sich dieses Muster wieder einspielte. – Schrieb er und zog an seiner Zigarette. Doch auch, wenn ich wieder mit dem Rauchen angefangen habe, und darin Sicherheit suche, so ist es diesmal anders. Denn ich habe mich bisher nicht zurückgezogen und einfach weiter gemacht. Ich setze den Fokus im Moment ganz stark auf Selbstfürsorge und beobachte meine Muster. Im Moment sehe ich, eine Gleichwertigkeit gegenüber der Rolle des Lehrers und mir selbst. Durch ist das Ganze noch nicht. Aber ich habe auf jeden Fall keinen Bock mehr darauf, mich hinter eine Lehrerrolle zu verstecken, um dann Sicherheit zu erlangen, nur weil in mir die Vorstellung ist, Martin, so wie er ist, ist nicht liebenswürdig, um das mal in einem Wort zusammen zufassen. Wenn das geschehen will, so freue ich mich darauf, dieses Rollenspiel irgendwann mal aufhört und ich einfach natürlich geschehen lassen kann, was auch immer da durch mich durch will. Und ich eine, aus meiner Sicht besseren Identität, keine Macht mehr über mich gebe, die sich dann aus der daraus gewonnenen Anerkennung oder sonst was ernährt. Ich bin glücklich darüber, dass ich das mit euch teilen kann, da mir das zeigt, dass ich, was dieses Thema betrifft, einen großen Schritt gegangen bin. Es ist nun kein Schatten mehr, sondern es ist in meinem Bewusstsein angekommen und somit ist auch der Raum und die Zeit für Veränderung angebrochen. 

Wenn ich so überlege, wo ich mal war und wo ich herkomme, dann bin ich schon echt ein geiler Typ. Eigentlich ist das ja auch alles hier eine Form von Selbstmord. Wie viel Tode ich die letzten Jahre gestorben bin. Wie oft ich gefallen bin und kriechen musste, bis ich wieder aufstehen konnte. Ein spanendes Spiel. Und bisher bin ich immer wieder einmal mehr aufgestanden, als ich gefallen bin. Und jedes mal hinterließ ich irgendwas zurück, was mir nicht diente. Und da es mir auch Freude macht, Lehrer zu spielen, und da es mir auch ein unbeschreibliches Verlangen ist, dies zu leben, möchte ich dir etwas mitgeben.

Egal wo du gerade stehst. Egal wie weit du schon gekommen bist. Egal wie wach oder spirituell du bist oder es auch nicht bist. Du bist Okay so, wie du bist. Das Leben spielt so oder so seine eigene Melodie, und wir alle darin tragen etwas zu dem Sound bei. Manchmal Tanzen wir aus der Reihe. Manchmal bleibt uns die Luft weg. Manchmal fließt es einfach nur und wir fühlen uns eins mit den Klängen des Universums. Weiter machen, niemals aufgeben und so lange kämpfen, bis das Ziel des Herzens erreicht ist. Der Weg dahin, ist das, was uns menschlich macht und zur Unendlichkeit werden lässt. Der Weg ist, die Herausforderung, das Ziel und auch das Ergebnis, denn wir wissen, weder was kommt noch, was das Leben für uns vorgesehen hat. 

Ich liebe dich.
Ich liebe mich.

Forschende Grüße,
Martin

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