Mein inneres erscheint mir wir ein Schlachtfeld. Die Idee des Lehrers, ein Gegner, der Feind, den ich versuche zu bezwingen. Vor einigen Jahren, als ich ihn erschuf, da diente er mir. Er half mir, mich aus einer Situation heraus zu kämpfen. Er half mir, meine innere Welt in Sicherheit zu hüllen und Stabilität zu erlangen. Nun tut sich ein Bild, eines wunderschönen prachtvollen, diamantenverziertes Schlosses auf, dessen der Lehrer in mir bewohnt. Es befindet sich auf einem Hügel. Abgeschieden, ruhig, distanziert von der Welt. Tatsächlich bin ich gerade dabei die Mauern dieses Anwesens zum Einsturz zu bringen. 

Ich Kämpfe. Ich habe zu tun. Und ich komme einem Gefühl näher, welches versucht ist, mich dazu zu bringen, mir Sicherheit zu verschaffen. Die Mauern, die ich einreiße, bauen sich an anderer Stelle wieder auf. 

Ich atme, ich schreie. Ich will das nicht. Ich will fucking verdammt nochmal Sicherheit und wissen, wo es lang geht. Ich will eine Richtung. Ich will ein klares Ziel und klare Handlungsschritte, die mich dahin führen. Umso mehr ich mich auf diese tiefe Orientierungslosigkeit einlassen, umso klarer wird mir, dass ich Angst habe. 

Angst davor, den falschen Weg zu gehen.
Angst davor zu leben.
Angst davor mich wirklich auf mich, das Leben einzulassen. 

Das Schloss meines innewohnenden Lehrers erscheint wundervoll, doch es ist nicht real. Es ist Fiktion. Das Gold, die Diamanten, die es schmücken, haben keinen Wert. 

Und ich Kämpfe weiter. Kämpfe mit dem Teil in mir der geben will. Der seine Erfahrungen auf dem Weg, den er hinter sich gebracht mit der Welt teilen möchte. 

Darf ich das überhaupt?
Darf ich mein Wissen, mit euch teilen, wo ich doch selbst noch mitten auf dem Weg bin? Welcher Weg der, weg ist nur Illusion. Paah. Bullshit.

Wie schaffe ich es, mein Wissen zu teilen, ins Dienen zu kommen ,ohne daraus etwas zu beziehen. Ohne mich in hinter einer Rolle zu verstecken, die mir Anerkennung und Liebe beschert?

Ich weiß es nicht. Umso mehr ich mich auf die Orientierungslosigkeit einlasse, wird mir klar, dass mir nichts mehr bleibt außer meinem Glauben. Dieser Glaube, ist alles, was ich habe. Und auch ist er das, was ich die letzten Jahre ablehnte. Ich lehnte ihn ab, indem ich an Vergangenen festhielt. Innerlich bildete ich aus Einheitserlebnissen Konzepte und hielt mich daran fest. Und alles nur aus einem Bedürfnis heraus es richtig machen zu wollen.
Richtig sein zu wollen.
Anerkennung zu bekommen.
Geliebt zu werden.
Jemand Besonderes zu sein. 

Und auch wenn mir dies half aus dem Schmerz meiner Jugend zu entfliehen, der Orientierungslosigkeit meines früheren Daseins und Abstand zu nehmen von Grauen den ich erlebte, so holt meine Vergangenheit mich auf dieser Ebene wieder ein. 

Selbst wenn, meine Vergangenheit nur noch eine Idee des Geistes ist, so sitzt diese Idee in meinen Zellen, in meinem Nervensystem, in meinem emotionalen, energetischen und physischen Körper. Und ja ein Teil in mir, will fliehen davor. Ein Teil in mir will, dass meine Vergangenheit nur eine Illusion ist, und ich mich ihrer nicht Stellen muss. Lieber bin ich in Moment, fließe mit den Impulsen, die mich ablenken und in Sicherheit wahren. 

Fuck off. Fuck off. Ich bewerte mich. Ich bewerte meine Jugend. Ich bewerte das kriminelle Wesen in mir, das egoistische Motive verfolgte und anderen Menschen Leid zufügte. Ich hasse mich davor das ich Gewalt anwendete, um zu bekommen, was ich will. Ich hasse mich dafür, dass ich Freude in der Ausübung von Gewalt und Macht erfuhr. Ich hasse mich dafür, dass ich Menschen blutend unter mir liegen sah und das mich das erregend weiter machen lies. Ich hasse mich dafür. Und jetzt wo ich diesen Bildern innerlich Raum gebe, da spüre ich, wie sich etwas in mir entspannt. Ich spüre, wie sich die rechte Körperhälfte entlädt. Ich spüre meine Schuld. Meine Traurigkeit. Mein Bereuen. Meine Demut und auch das mir mein Leben als Jugendlicher Leid tut. 

Ich wollte das alles nicht, und tat es trotzdem. Ich wusste nicht, was ich tat und dachte, es war richtig. Und so sehr es klar ist, dass Gewalt niemals der richtige Weg ist, so sehr verblendet ein, die nicht gewollte Orientierungslosigkeit. 

Meine Atmung ist gerade tief. Ich spüre, wie ich in den Körper sinke, es kribbelt, Energie setzt sich frei. Ich fühle mich mächtig. Im Hals ist eine leichte Spannung. Ich nehme sie wahr. Es fühlt sich so an, als ob der Krieger in mir, sich fokussiert. Der Teil in meinem Körper, der zuvor dunkel erschien, erhellt sich. Luft stößt aus meinem Magen auf. Ich will weiter gehen. Ich will tiefer gehen. Ich will mein Potenzial leben und ich will die Kraft in mir nutzen, um zu zerstören, was zerstört werden muss. Ich will kämpfen, wo gekämpft werden muss. Ich will dem Leben dienen, auch wenn ich Moment nicht weiß, wo mich das hinführt oder was das bedeutet. Ich finde es heraus. 

Ich bin ein Krieger. Das war ich schon immer. Ich bin ein Kämpfer. Das war ich schon immer. Und wenn es notwendig ist, dann überschreite ich Grenzen. Wenn es notwendig ist, dann bin ich bereit dafür zu sterben. Wenn es notwendig ist, dann bin ich bereit zu töten. Wenn es notwendig ist, dann bin ich bereit zu lieben. Wenn es notwendig ist, dann bin ich bereit geschehen zu lassen. 

Missverstanden können dies harte Worte sein. Aber das sind sie nicht. Es ist die Bereitschaft zu leben und auch das Leben zu bewahren. 

Ich komme etwas näher, was meine volle Bereitschaft erfordert. Grenzenlose Bereitschaft. Eine Bereitschaft, die keiner Norm, keiner Doktrin oder Konvention unterliegt oder bedarf. Und ich denke, dass alle Menschen, die ernsthaft auf der Suche sind an diesen Punkt gelangen. Früher oder später.

Wie kann ich dem Leben dienen, wenn ich an einer Konvention, einer Vorstellung von Moral oder Liebe festhalte. Gar nicht. 

Wie kann ich mich der Grenzenlosigkeit hingeben, wenn ich mich selbst begrenze?
Gar nicht. 

So bleibt mir noch eines der Glaube. Der Glaube an mich selbst und mein Tun. Der Glaube daran, dass mein Da-Sein, mein Wirken mich irgendwo hinführt, wo auch immer das sein wird. Wo auch immer das sein wird, ich gebe mein Bestes. Ich bin bereit, meine Hülle des Lehrers loszulassen und mich in der Verletzlichkeit des Lebens zu offenbaren. Ich bin bereit mich, berühren zu lassen und auch führen zu lassen. 

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