Es gibt einen Zweifel in mir, der sagt: „Ich darf nicht wirken“ – weil in mir noch ungelöste Themen herumschwirren. Dieser Zweifel zieht mich in meiner Aufmerksamkeit in die Blockade und filtert alles andere aus. Wenn ich in meiner Blockade bin, um sie zu Ergründen blockiere ich Impulse meines Wirkens für mich oder andere. Hinter dem Zweifel stecken Absichten, wie nicht richtig und nicht gut genug zu sein, diese wiederum führen dazu, dass ich in meiner Selbsterforschungspraxis versucht bin, mich in meiner Hinwendung zu verändern. 

Seit einigen Tagen bin ich mit einem neu entdeckten Zweifel. Dieser flüstert mir ein, ich sei nicht richtig und nicht gut genug. Er versucht, mir glaubhaft zu machen, ich müsste mehr innere Arbeit leisten und meine ungelösten Themen heilen, bevor ich andere Menschen begleite. Ich beobachte, dass durch ihn ein Konflikt entsteht, und lasse mich darauf ein. 

Auf der einen Seite sehe ich, die Menschen dir mir vertrauen und mit mir arbeiten. Es geschehen wundervolle unbeschreibliche Dinge. Sie machen Fortschritte in ihrer Praxis, transformieren Blockaden, lernen sich zu halten oder erlangen wichtige Erkenntnisse. Vor allem aber erlauben sie sich, mehr Mensch zu sein. Ich sehe ganz klar, dass ich eine gute Arbeit mache. 

Auf der anderen Seite bin ich. Ein fehlerhafter Mensch mit vielen Baustellen. Auch wenn ich über die Jahre gelernt habe mich darin zu halten und im Frieden mit meiner dunklen Seite der Macht zu sein, so stelle ich fest, dass der Zweifel in mir seine Wirkkraft hat. 

Der Mehrwert, der durch ihn entsandt ist, dass er mich dazu bewegte, immer weiter zu forschen, tiefer zu gehen und neue Erfahrungen zu sammeln. Erfahrungen, die auch für meine Arbeit sehr wichtig sind. Genauso wie dieser Text, der daraus nun entsteht, denn hier beleuchten wir gemeinsam einen Prozess, und können so miteinander und voneinander lernen. 

Ein weiterer und wichtiger Punkt, ich lerne selbst von fehlerhaften Menschen. Auch wenn uns die glamouröse Cyber, Facebook und Instagram Welt eine Illusion des fehlerlosen, ununterbrochen glücklichen Coaches, Gurus oder sonst was verkaufen will. Ich lernte vor allem, von Menschen die Fehler hatten. Vor allem mein eigenes Bild, der Wunschvorstellung eines perfekten Lehrers loszulassen. Denn das gibt es gar nicht, bzw. das ist grundsätzlich gegeben. Denn wer auch immer ein Teaching für mich hat, ist perfekt für mich. 

Und jetzt wo ich das alles hier aufschreibe, kommt in mir der Gedanke auf. „Ich zeige mich zwar verletzlich, aber eigentlich ist das ein Schutz, denn so kann ich andere nicht enttäuschen“. Was wiederum aus dem zuvor erwähnten Zweifel hervorgeht, nicht richtig oder gut genug zu sein. 

Einen Teil der Reflexionsebene haben wir bis hier hin beleuchtet. Doch wie sieht es mit der emotionalen und energetischen Ebene aus. Erkenntnisse sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wir können sie erlangen und fünf Minuten später wieder vergessen. Wir müssen also tiefer gehen und schauen, was sich da noch zeigen möchte. 

Wenn ich meine Aufmerksamkeit jetzt aus der Reflexion herausziehe und mich sanft in den Körper atme, dann nehme ich wahr, dass in meinem Bauch ein spannung ist. Mit mehreren sanften Atemzügen, begleitet durch Visualisierung nähere ich mich der Spannung in meinem Bauch. Ich spüre, dass ein Teil sich sehr stark damit identifiziert. Aufgrund der starken Identifizierung nehme ich eine Trennung zu anderen Teilen in mir wahr und auch, wie ich sie negiere. Wie zum Beispiel der selbstbewusste Teil. Umso mehr ich mich in alldem halte, wird auch klar, dass mich der Zweifel energetisch in diese Spannung zieht. Nun entdecke ich auch Absichten hinter den Gedanken: „Nicht gut genug oder nicht richtig zu sein“. Diese Absichten sind versucht in meiner Selbsterforschungspraxis, Veränderung herbeizuführen. Sie wollen die Spannung auflösen, sodass ich dann, gut genug und richtig bin. 

Doch tatsächlich ist es so, dass der Kern der Spannung dadurch unerforscht bleibt. Die Blockade und der Zweifel bleiben bestehen oder verlagern sich und drücken sich weiterhin destruktiv in mir aus. Ich spüre auch, dass sich der Zweifel von der Spannung nährt, die Spannung wiederum entsteht durch die dahinter liegenden Absichten. Wenn ich so etwas in mir erkenne, dann erlaube ich mir, wieder abstand zu nehmen und meine Haltung des „Ich will etwas verändern“ anzuerkennen. Je nachdem wie sehr ich an dem Veränderungswunsch festhalte, fange ich an, etwas zu machen, was mir guttut. Ich lenke mich keineswegs ab, sondern ich wende mich ganz bewusst etwas Positiven zu. So das ich innerlich entspannt bin und mit einer offenen Haltung zurück in die Selbsterforschung gehen kann. Aus dieser liebevollen Zuwendung heraus atme wieder sanft in die Stelle, wo ich  meine Blockade spüre. Bleibe achtsam und erforsche, statt sie verändern zu wollen. Ich schaue, welche Bilder aufkommen möchten, wie der Körper sich bewegt, was für Impulse entstehen. Und immer wenn ich merke, dass ich in die Haltung des Veränderns wollen verfalle, erkenne ich dies an und erlaube mir, mit all dem zu sein. 

Nachdem ich das getan habe und sich dieser Artikel mehr und mehr dem Ende neigt, spüre ich wie die Spannung sich entspannt. Und auch, wenn sich dieser Prozess noch in der Integration befindet, spüre ich, wie sich der Zweifel transformiert. Er wird nicht verschwinden, das soll er auch gar nicht, denn er hat mich hierher gebracht. Tatsächlich ist er äußerst wichtig, denn er hilft uns, die Dinge anzuzweifeln, die uns begrenzen oder täuschen. Er kann als ein Tor zur tiefen Erkenntnis und Transformation dienen. Er darf sich nun seinen konstruktiven Platz einräumen. Ich lade ihn ein, noch mehr da zu sein.

Den Prozess, den ich hier beschrieben habe, ist das derzeitige Ergebnis der letzten Woche meiner Forschungspraxis. Angestupst wurde dies, durch eine Podcastfolge, die ich über mehrere Anläufe versucht hatte aufzunehmen. Hier geh ich nochmal mehr auf den emotionalen Teil ein.

Ich bin dadurch an ein interessantes Trauma gekommen, was in der Zeit nach einem spirituellen Erwachen entstand. Das war vor zehn Jahren. Ich wusste damals noch nicht, was mir geschah und wie ich mit der neuen Situation umzugehen habe. Mein Umfeld spiegelte mir damals Unsicherheiten und Zweifel. Heute ist das anders. Ich habe einen wundervollen Lehrer und viele Menschen in meinem Umfeld, die in ähnlichen Prozessen sind. Und auch meine Lehrer haben solche Prozesse. Ich nenne dies sehr gerne Reinigungsprozesse. 

So und jetzt zu dir.

Ich beschreibe meine Prozesse für dich. Ich möchte dich nicht anleiten mit diesem Text, ich möchte dich inspirieren, ähnliche Muster in dir aufzudecken, um sie zu integrieren. Meine Transparents ist ein Versuch, den Selbsterforschungsprozess etwas plastischer darzustellen, sodass du eine Hilfestellung bekommst, wie du selbst mit dir arbeiten kannst. Experimentiere damit.

Ein paar Fragen für dich: 

Was macht das mit dir, wo ich mich so transparent zeige?

Worin kannst du dich wiederfinden? 

Welchen nutzen ziehst du daraus?

Forschende Grüße,

Martin

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