Wenn die Wahrnehmung sich verrückt und die innere Welt sich offenbart, wandeln wir auf dem Pfad der Erkenntnis. Dieser Pfad bringt das Ungewisse mit sich. Umso länger und tiefer wir auf diesem Pfad wandern, umso klarer wird, daß wir nicht wissen, wohin dieser Weg uns führt. Wir wandern im ungewissen.

Am Anfang, denken wir noch, es gäbe eine Landkarte. Wir halten uns daran fest, erweitern sie, passen die den Gegebenheiten an, nur um irgendwann zu erkennen, daß wir keinen Millimeter voran gekommen sind.

Und doch, haben die einzelnen Erfahrungen, die erlangten Fähigkeiten und Kompetenzen, die wir im benutzen der Landkarte erworben haben, uns auf den Weg in die Ungewissheit vorbereitet.

Wenn die innere Welt anfängt zu zerbrechen und die einzelnen Scherben ein Mosaik der Endlosigkeit bilden, wenn auch der letzte Halt wie Warme Butter in den Händen schmilzt, dann gibt es kein entrinnen mehr.

Nun, wo uns nichts mehr bleibt, der Kampf verloren scheint, versucht das Ego, die letzten nur erdenklichen Mittel hervorzulocken, um sich selbst zu erhalten.

Die Verlorenheit, die Machtlosigkeit, die Hilflosigkeit, das Ausgeliefert sein holt uns ein. Der Zeitpunkt wird kommen, wo jegliches Bemühen, jegliche Orientierung zum scheitern verurteilt ist. An diesem Punkt, wo leben und Tod, Licht und Dunkelheit, Liebe und Hass, Ich und Du, Kontrolle und Vertrauen, Wahrheit und Unwahrheit zueinander finden, da beginnt das Erwachen.

In diesem Moment offenbart sich ein Kraft, die größer ist als alles was wir bisher erfahren haben. An diesem Punkt bleibt nur noch eines.

Sich demütig, mit jeder Faser des Daseins dem Ganzen Hingeben. Sich voll und ganz, dessen was ist, zu unterwerfen.

In dieser Bereitschaft, in der, der unerbittliche Kampf aufhört, geschieht das unvermeidbare. Das Leben, Gott, das Unergründliche offenbart sich in seiner Vielfalt und Einheit. Wir erkennen uns als Seele wieder und erfahren uns als Teil des Ganzen. Wir erkennen unser Wirken im Leben, als Leben selbst.

Doch ist dies nicht das Ende des Weges. Der Pfad wird weiter gegangen, die große Mutter fordert uns auf anderen Ebenen von Neuem heraus.

Eine Einladung an dich.

Woran hältst du heute fest?

Worin suchst du heute halt?

Wem oder was in dir versuchst du zu entfliehen?

Lass die Fragen auf dich wirken.

Atme in dein Herz. Spüre den Beat der von dort ausgeht.

Umarme dich innerlich. Verbeuge dich innerlich und gebe dich dessen hin, was du versuchst zu vermeiden. Sei offen Herzens dessen, was dir innerlich sorge bereitet.

Gebe dich hin. Und erlaube dir im Herzen folgende Wort zu erfassen.

Dein Wille geschehe. Ich gehöre dir, als dein Werkzeug unterwefe ich mich deinem Willen.

Mit wahrhaftigen Grüßen.

Martin.

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