Durch einen Moment, der mich tief in die Unendlichkeit meines Herzens führte, fing ich vor 10 Jahren an, mich selbst zu erforschen und mir in meinem Menschsein, wahrhaftig zu begegnen. Ich wusste damals nicht, was mir widerfuhr, ich wusste auch nicht, wie mir geschah. Ich war am Rande des Wahnsinns, in einer lebendigen Euphorie des Herzens. Kurze Zeit später öffnete sich der Geist und ich war mir der Wirklichkeit des Ich-Gedankens bewusst.

Fünf Jahre befand ich mich in einer dissoziierten Erwachensblase. Im Rückzug war es oberflächlich Still. Ich dachte, ich hätte es gecheckt. Wenn ich auch nicht wusste, was ich gecheckt hatte. Unberührt vom Weltgeschehen sowie meiner eigenen emotionalen Empfindungen und Sinneseindrücken, streifte ich durch die Wälder der Täuschung. Ein Teil in mir wusste, es geht noch weiter und wie die Wahrheit so spielt, eröffnete sich auch bald, ein neuer Raum.

Emotionen, die ich vorher ablehnte, ergriffen mich in ihrer Gesamtheit. Ich erwuchs in ein zärtlich fühlendes Wesen hinein und lernte, die Welt aus neuen Blickwinkeln zu begreifen und zu ergründen. Ich fing an, die energetischen sowie mentalen und emotionalen Zusammenhänge zu Beleuchten und lernte, mich in den aufkommenden Energien und körperlichen Ereignissen und Bewusstseinsräumen zu halten. Es war nicht immer einfach, mich in den teils überfordernden Herausforderungen zu halten, ohne mich in Panik, Verachtung oder Depression zu verlieren. Doch tatsächlich verlor ich mich öfter als gewollt darin und befand mich immer wieder in tiefer Depression und Selbstverachtung. In der Akzeptanz und der Bereitschaft, in diesen Phasen unter zu gehen, transformierten sich die verlorenen Anteile. Destruktive Glaubenssätze kamen an die Oberfläche, ungewollte Emotionen wurden gefühlt, alte Verhaltensweisen gegen neue ersetzt. Wie durch ein Wunder verwandelten sich meine Schatten in treue Wegbereiter und verhalfen mir und anderen zu Wachstum und Heilung. Während der Introspektion und exzessiver spiritueller Arbeit und des Heilungsprozesses verschleierten, die Schatten meiner inneren Dämonen meinen Blick. Ich war konfrontiert mit Minderwertigkeitskomplexen, Missbrauch, Selbstverachtung, Hass, Gier, mangelnder Selbstliebe, Gewalt, Hass und Sucht. Von den Selbstmordgedanken mal ganz abgesehen. Erst als ich den Wunsch nach Veränderung, Heilung und Erleuchtung sowie Erfolg loslassen konnte, beruhigte sich alles in mir. 

Ich lernte, mit all dem zu dealen und vor allem mit all dem zu sein. All das darf da sein, in mir. Der Anspruch in mir, diese an der oberflächlich erscheinenden Symptome verändern zu wollen ist weg, viel mehr bin ich neugierig und ergründe ihre Ursache und lass mach auf die reise ein. Komme, was wolle. 

Ich denke, dass die dunkle Nacht der Seele noch immer nicht vorüber ist. Ich weiß, dass ich noch nicht am Ende angekommen bin. Das, noch viel innere Arbeit vor mir liegt. Ich spüre noch immer, einen Schleier der Täuschung, der auf mir liegt und mich von der vollkommenen Transzendenz abhält. 

Doch ich bin im Reinen mit mir. Ich habe ein reines Gewissen. Meine Absichten, mein Handeln beruht auf Wahrheit. Meine Anteile sind geheilt, ich bin ein gesunder Mensch, der keinen Leidensdruck empfindet und dem alle Türen offen stehen. Ich bin ein geheiltes Wesen, welches einfach lebt und leben lässt und vor allem bin ich gespannt, was das Leben, als Nächstes mit mir vorhat.

Ich bin auf einer Ebene angekommen, die mir viele Jahre angst gemacht hat. Im Menschsein. Ich stehe mit beiden Beinen im Leben, fühle jede Zelle dieses wundervollen Körpers und atme die Luft der geliebten Mutter Erde. 

Die letzten 10 Jahre haben sich gelohnt. Die letzten 10 Jahre tiefer Schattenarbeit, der Rückzug und die spirituelle Praxis haben sich ausgezahlt. Danke. Danke für diese Geschenke und Danke auch an all die Menschen, die mich begleitet haben und die in mir Vertrauten als ihren Begleiter. 

Doch die Reise ist nicht zu Ende. Jetzt geht es erst richtig los, denn es hat sich etwas verändert. Es gibt keinen Leidensdruck mehr. Ich muss meine Taten nicht wieder gut machen. Ich muss nicht mehr um Anerkennung oder Liebe kämpfen. Ich muss gar nichts mehr. Doch ich darf und ich will.

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