Ich gehe gern und oft, morgens nach meiner täglichen Praxis in ein favorisiertes Café und gönne mir dort einen karamell Latte-Macchiato mit Hafermilch. Manchmal bekomme ich einen frei aber heute gab es einen extra Shot Espresso dazu. Ich bin mal gespannt, wie der Körper auf die erhöhte Dosis an Koffein reagieren wird.

Zuvor bin ich in ein Paar Läden gegangen, um meinen Vorrat an Kerzen wieder aufzufüllen. Des Weiteren holte ich mir, für die Atmosphäre daheim, ein Paar Lilien und eine Sorte Blumen, dessen Name ich nicht kenne.

Soweit ich weiß, ist heute Vollmond. Der erste Vollmond, den ich in meiner neuen Wohnung erleben darf. Die Freude, die in mir erstrahlt, mich heute Nacht allein vor den Altar im Glanz des Mondschein hinzugeben, lässt mich in sanfter Euphorie verfallen. In mir ist Aufregung und ich bereite mich innerlich, auf das anstehende Ritual vor.

Ich weiß selbst nicht, wie das Ritual aussehen wird, was mich erwartet oder was ich hineingeben werde. Einzelne Gedanken dazu bauen etwas großes, tiefes und besonderes auf. Ich lasse sie vorbei ziehen und vielleicht passiert auch nichts später.

Während ich hier sitze und diese Zeilen schreibe, genieße ich meinen Café und betrachte einzelne Menschen, die vorbei ziehen. Wenn mein Blick wie ein Kaugummi, sich an einer Person langzieht und ich mich in Interpretationen, Analysen, Vergleichen oder Ähnliches wiederfinde, werde ich sehr aufmerksam.

Der doppelte Espresso scheint mächtig zu sein.

Das Herz pocht schneller als gewohnt. Die Gedanken Rasen in Windeseile an mir vorbei. Wenn ich einen Gedanken gefasst habe und einen kurzen Moment mit ihm gegangen bin, holt mich schon der nächste wieder ein. Im Bauch kann ich mich nur schwer halten.

Ich atme ein. Ich atme aus. Mehrere Male.

Achtsam bin ich mit den Reaktionen des Körpers, Flucht Impulse sind wahrzunehmen. Ich bewege mich darauf hinzu und spüre, wie eine subtile Traurigkeit erscheint. Es wird warm im Bauch. Die Linke Hälfte des Buches ist präsenter als die Rechte. Mit den nächsten Atemzügen lasse ich mich in beide hineinfallen.

Der Schlag des Herzens ist besitzergreifender als die Sirene des vorbeifahrenden Krankenwagens. Die Wärme im Bauch verteilt sich angenehm in beide Körperhälften, die linke ist aber eindeutig wärmer.

Oh.

„Eine attraktive Frau“.

„Irgendwie sie die Masken cool und lächerlich zugleich“.

„Der Mann sieht aber interessant aus, was der wohl zu tun… Fokus!

Nach weiteren Atemzügen in innerlicher Präsenz spüre ich die sich ausbreitende Wärme. Ein sanftes Bitzeln durchzieht die Genitalien und in der Höhe des Steißbeins pulsiert es. Ich spüre eine Energie, die von den Hoden über das Perineum zum Steißbein wandert.

In innerlicher Hingabe ist der äußere Blick fest auf einen entfernten Baum gerichtet. Die rechte Körperhälfte fängt unauffällig an zu zittern. Energie steigt hinauf. Ich lasse mich vom flattern des Körpers, wenig beeindrucken und bleibe still mit den Phänomen des Körpers.

Mit der aufsteigenden Energie in der rechten Hälfte des Körpers, erwacht eine Stille in mir. Gedankenlos finde ich mich im Café wieder und in der Stille tut sich das tiefe Bedürfnis auf, die Toilette zu besuchen und mich zu entleeren!

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